Molybdänstange kaufen – Mo 99,9 % Rundstab Ø2–20 mm nach Maß

Werkstoff Mo 99,9 % – Eigenschaften

Kennwerte auf einen Blick

Eigenschaft

Wert

Schmelzpunkt

2623°C (zweithöchster aller reinen Metalle)

Dichte

10,28 g/cm³

Zugfestigkeit (RT)

700–1000 MPa je nach Durchmesser und Verarbeitung

Wärmeausdehnung

4,8×10⁻⁶/K – sehr niedrig; ideal für maßstabile Bauteile

Wärmeleitfähigkeit

138 W/(m·K)

Dampfdruck bei 1500°C

extrem niedrig – kein Verdampfen im Vakuumbetrieb




Oxidationsverhalten – die kritische Einschränkung

Molybdän oxidiert in Luft bereits ab ca. 400°C und bildet flüchtiges MoO₃. Das bedeutet: Molybdänstäbe dürfen bei erhöhten Temperaturen nur im Vakuum, in Schutzgasatmosphäre (Argon) oder in reduzierender Atmosphäre (Wasserstoff) eingesetzt werden. Im Normaltemperaturbereich – bei der Bearbeitung und Lagerung – ist Molybdän stabil und problemlos handhabbar.

Sprödigkeit bei Raumtemperatur

Molybdän ist bei Raumtemperatur spröder als Stahl oder Aluminium. Dünne Stäbe unter ca. 5 mm sollten nicht gebogen werden. Bei der Zerspanung sind deshalb stabile Einspannung und erschütterungsfreier Vorschub besonders wichtig. Oberhalb von ca. 300°C wird Molybdän duktiler und lässt sich besser umformen.

Durchmesserspektrum Ø2–20 mm – Anwendungen je Größe

Durchmesser

Typische Anwendungen

Ø2–5 mm

Heizdraht-Rohlinge, WIG-Elektroden-Basis, Sputterquellen-Stäbe

Ø6–10 mm

Heizelement-Stäbe in Vakuumöfen, Kathoden-Rohlinge, Halterungsstäbe

Ø12–16 mm

Trägerstäbe für Hitzeschilde, Elektroden in Glasschmelzöfen

Ø18–20 mm

Schwere Konstruktionselemente in Hochtemperaturanlagen, Gegengewichte

Anwendungsgebiete der Molybdänstange

Heizelemente in Vakuum- und Schutzgasöfen

Dies ist das wichtigste Einsatzgebiet für Molybdänstäbe. In Vakuumglühöfen, Sinteröfen und Kristallzüchtungsanlagen werden Mo-Rundstäbe zu Heizwendeln geformt oder als gerade Stabelemente zwischen Kontaktblöcken montiert. Der Vorteil gegenüber Wolfram: Molybdän ist bei Temperaturen von 400–800°C leichter umformbar und damit einfacher zu konfektionieren.

Betriebstemperatur: bis ca. 1700°C im Vakuum oder Schutzgas; darüber nur Wolfram.

Formgebung: Heizwendeln werden bei ca. 200–400°C auf Dorne gewickelt; nicht kalt biegen.

Anschlüsse: Mo-Stab wird in wassergekühlten Kupfer- oder Edelstahl-Stromdurchführungen montiert.

Elektroden und Vakuumtechnik

Molybdänstäbe werden als Elektroden in Hochleistungs-Elektronenröhren, in Plasmaanlagen und als Kathoden-Rohlinge in Elektronenstrahlgeräten eingesetzt. Der niedrige Dampfdruck stellt sicher, dass der Stab im Vakuumbetrieb keine Verunreinigungen abgibt. Gleichzeitig ermöglicht der dem Glas ähnliche Ausdehnungskoeffizient vakuumdichte Glasdurchführungen ohne Dichtigkeitsprobleme.

Glasschmelz-Elektroden

In Glasschmelzöfen sind Molybdänelektroden seit Jahrzehnten der Standard. Geschmolzenes Glas greift Molybdän kaum an, solange der Kontakt im Schutz des Glasvolumens stattfindet und die Elektrode nicht der Luft ausgesetzt ist. Mo-Rundstäbe werden als zylindrische Tauchelektroden eingesetzt, die durch den Ofenboden oder die Ofenwand in die Schmelze eingebracht werden.

Sputterquellen und Dünnschichttechnik

Sputterquellen-Stäbe: Molybdänstab als zylindrische Rotations-Sputterquelle in PVD-Anlagen.

Aufdampfquellen: Mo-Stab als Träger oder Boot in thermischen Aufdampfanlagen; hohe Temperaturbeständigkeit notwendig.

Halterungsstäbe: Mo-Rundstab als Substrathalterung in Beschichtungsanlagen; maßstabil bei Betriebstemperatur.

Gegengewichte und Ballastelemente

Mit einer Dichte von 10,28 g/cm³ bietet Molybdän die Hälfte des Gewichts von Wolfram (19,3 g/cm³) bei immer noch deutlich höherer Dichte als Stahl (7,85 g/cm³). Für Anwendungen, die ein mäßig hohes Gewicht auf kleinstem Raum benötigen – Trim-Gewichte, Schwungmassen, Vibrationsdämpfer – ist der Mo-Rundstab die wirtschaftlichere Alternative zu Wolfram.

Verarbeitung von Molybdänstäben

Ablängen und Trennen

Metallbandsäge: mit bimetallischem Blatt; langsamer Vorschub; Kühlmittel verwenden.

Trennscheibe: nur Diamant-Trennscheiben; keine Standardtrennscheiben für Stahl.

Drahterosion (EDM): beste Methode für enge Toleranzen; kein mechanischer Druck; kein Risiko für Ausbruch-Kanten.

Kein Bolzenschneider: Molybdän ist bei RT spröde; mechanisches Quetschen führt zu Rissen.

CNC-Drehen

Molybdän lässt sich gut drehen, erfordert aber angepasste Parameter:

Werkzeug: Hartmetall (VHM) mit positiver Schneidengeometrie; HSS stumpft sofort ab.

Schnittgeschwindigkeit: 50–100 m/min; wesentlich langsamer als bei Stahl.

Vorschub: gleichmäßig und ohne Unterbrechung; Rattern führt zu Ausbrech-Kanten.

Kühlmittel: Emulsion oder synthetisches Schneidfluid; kein Trockenbohren.

Einspannung: stabil und erschütterungsfrei; dünne Stäbe unter Ø5 mm stützen.

Bohren und Gewindebearbeitung

Bohrer: Vollhartmetall (VHM); Zerspanparameter wie beim Drehen.

Gewinde: möglich, aber mit Vorsicht; Molybdängewinde sind weniger belastbar als Stahlgewinde; Helicoil-Einsätze empfohlen.

Bohrtiefe: max. 5×d ohne zusätzliche Späneabführung; tiefer mit Entspanpausen.

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Die Molybdän Rundstange  99,9 % ist bei Evek in Durchmessern von 2 bis 20 mm und Längen von 100 bis 1000 mm direkt online bestellbar. Der tagesaktuelle Preis orientiert sich am Molybdän-Marktpreis und ist direkt auf der Produktseite einsehbar. Für Sonderlängen, engere Toleranzen oder Werkstoffzeugnisse nach EN 10204 Typ 3.1 steht das Evek-Vertriebsteam zur Verfügung.

Fazit

Molybdänstangen sind das Halbzeug für Hochtemperaturanwendungen im Vakuum und Schutzgas – von Heizelementen und Elektroden bis zu Sputterquellen und Gegengewichten. Die wichtigsten Punkte: Molybdän nicht in Luft über 400°C einsetzen; bei der Bearbeitung ausschließlich Hartmetallwerkzeug und Diamanttrennscheiben verwenden; dünne Stäbe nicht kalt biegen. Die Molybdän Rundstange  99,9 % bei Evek deckt den meistgefragten Durchmesserbereich ab – tagesaktuell bepreist, schnell lieferbar.

 

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