Molybdändraht kaufen – Mo 99,95 % Ø0,03–10 mm nach Maß

Warum Molybdändraht – Vorteile gegenüber Wolfram und Nichrom

Molybdändraht steht im direkten Wettbewerb mit Wolframdraht und Nichrom-Heizdraht. Jedes Material hat seinen klaren Vorzugsbereich:

Eigenschaft

Mo

W

NiCr 80/20

Schmelzpunkt

2623°C

3422°C

1400°C

Dichte

10,3 g/cm³

19,3 g/cm³

8,4 g/cm³

Max. Betriebstemperatur (Vakuum)

ca. 1700°C

ca. 2500°C

ca. 1150°C

Bearbeitbarkeit

gut

spröde

sehr gut

Oxidation ab

400°C

400°C

stabil in Luft




Molybdän ist die Wahl, wenn Wolfram zu schwer, zu spröde oder zu teuer ist, aber die Betriebstemperatur über dem Leistungsbereich von Nichrom liegt. Der süßere Punkt liegt zwischen ca. 1200 und 1700°C im Vakuum.

Durchmesserspektrum Ø0,03–3 mm – Anwendungen je Stärke

Feinste Drähte Ø0,03–0,1 mm

Diese Durchmessersärken liegen im Mikrodrahtbereich. Ø0,03 mm (30 μm) ist ca. ein Drittel der Dicke eines menschlichen Haars. Anwendungen:

Geiger-Müller-Zähler: zentraler Anodendraht im Zählrohr; Mo-Draht Ø0,03–0,1 mm als aktive Elektrode; beständig gegen ionisierende Strahlung.

Ionisationsquellen: glühender Mo-Faden als Elektronenquelle in Ionisationsdetektoren und Vakuum-Messgeräten.

Thermoelementankerdähte: als Träger und Befestigungsdraht für Thermoelemente in Hochtemperaturmessanlagen.

Mittlere Drähte Ø0,1–1 mm

Der meistverwendete Bereich für Heizelemente und Spezialwendeln:

Heizwendeln: aufgewickelt zu Schraubenfedern oder määnderförmig gespannt als Heizelemente in Vakuumöfen und Schutzgasanlagen.

REM-Kathoden: Mo-Draht in Haarnadelform als Elektronenquelle in Rasterelektronenmikroskopen; etwas längere Standzeit als Wolframkathoden unter bestimmten Bedingungen.

Gitter und Elektroden: in Hochleistungs-Elektronenröhren und Plasmaanlagen als Gitterelektroden.

Aufdampfboote: gewickelter Mo-Draht als Heizelement-Unterlage für thermisches Bedampfen.

Stärkere Drähte Ø1–3 mm

In diesem Bereich dominiert der Charakter als Heizstab oder Konstruktionselement:

Stabheizkörper: Mo-Draht als Widerstandselement in Hochtemperaturanlagen; gerade gespannt zwischen Kontakthaltern.

Schweissdüsen-Träger: Mo-Draht als Befestigungsmaterial für Keramik- und Metallkomponenten in Hochtemperaturvorrichtungen.

Sinterunterlagen: Mo-Drahtgeflecht oder -gewebe als Unterlage für keramische Sinterteile.

Verarbeitung von Molybdändraht

Schneiden und Ablängen

Dünne Drähte (< 0,5 mm): mit scharfer Schneidezange oder Diamanttrennscheibe; kein Reißen – Mo-Draht bricht uncontrolliert.

Dickere Drähte (0,5–3 mm): Metallbandsäge oder Diamanttrennscheibe; Schnittzone mit Kühlmittel behandeln.

Keine Standardtrennscheiben: nur für Inox- oder Diamant-Anwendungen geeignete Scheiben verwenden.

Biegen und Formen

Kaltbiegen: möglich für Drähte über ca. 0,3 mm bei großen Radien; enge Radien nur bei erhöhter Temperatur (200–400°C).

Heizwendeln wickeln: am besten bei 200–400°C auf Metallspindel wickeln; Mindestwickeldurchmesser 6×d.

Rückfederung: Molybdän federt weniger stark zurück als Federstahl; einmal geformt hält die Form gut.

Verbinden und Befestigen

Widerstandsschweißen: im Schutzgas möglich; für dünne Drähte die bevorzugte Methode.

Klemmen: mechanische Klemmverbindungen für Heizwendel-Anschlüsse; Molybdän-Klemmen aus dem gleichen Werkstoff bevorzugen.

Kein Löten mit normalen Loten: Standard-Lote benetzen Molybdän schlecht; Speziallote mit Kupfer oder Nickel als Basis verwenden.

Betrieb und Schutz

Vakuum oder Schutzgas: Pflicht bei Betriebstemperaturen über 400°C; in Luft bildet sich flüchtiges MoO₃.

Anlauffarben bei Raumtemperatur: leichte Oxidation unter 400°C bildet nur eine dünne Schutzschicht – unkritisch für die meisten Anwendungen.

Lagerung: trocken und sauber; vor mechanischer Beschädigung schützen; dünne Drähte sind empfindlich.

Molybdändraht kaufen bei Evek

Das Molybdän Draht 99,95 % ist bei Evek in Durchmessern von 0,03 bis 3 mm lieferbar. Den tagesaktuellen Preis, berechnet auf Basis des aktuellen Molybdän-Marktpreises, finden Sie direkt auf der Produktseite im Evek-Shop. Für dickere Drähte und Stäbe ab Ø2 mm empfehlen wir die Molybdän Rundstange (ID 3689) aus dem Evek-Sortiment. Für Sonderdurchmesser oder Werkstoffzeugnisse nach EN 10204 Typ 3.1 steht das Evek-Vertriebsteam gerne zur Verfügung.

Fazit

Molybdändraht füllt die Lücke zwischen Nichrom (max. ca. 1150°C) und Wolfram (bis 2500°C): im Vakuum bis ca. 1700°C einsetzbar, leichter zu verarbeiten als Wolfram und bei weitem hochtemperaturbeständiger als jede Nichrom-Legierung. Das Molybdän Draht 99,95 % deckt von Geiger-Zähler-Elektroden bis zu stabilen Heizwendeln den gesamten relevanten Durchmesserbereich ab. Wichtig: immer im Vakuum oder Schutzgas betreiben und beim Formen Temperaturen über 200°C nutzen.

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