Titanblech kaufen – Grade 2 & Grade 5 Zuschnitt nach Maß 0.3–30mm

Werkstoffkunde Titan – was Titan so besonders macht

Titan (chemisches Symbol Ti, Ordnungszahl 22) ist ein silberglänzendes Leichtmetall mit einer Dichte von nur 4,51 g/cm³ – fast genau halb so schwer wie Stahl (7,85 g/cm³), aber schwerer als Aluminium (2,7 g/cm³). Diese Position im Dichtedreieck macht Titan einzigartig: Es bietet Festigkeitswerte wie Stahl bei einem Gewicht, das Aluminium nicht weit entfernt ist. Dieses Verhältnis aus Festigkeit und Gewicht – die spezifische Festigkeit – ist bei Titan höher als bei nahezu jedem anderen Konstruktionsmetall.

Die entscheidenden Materialeigenschaften von Titan im Überblick

Mechanische Eigenschaften:

  • Dichte: 4,51 g/cm³ – ca. 57 % der Dichte von Stahl
  • E-Modul: ca. 115 GPa (Stahl: 210 GPa, Aluminium: 70 GPa) – elastisch nachgiebiger als Stahl
  • Schmelzpunkt: 1668°C – deutlich höher als Aluminium (660°C) und Stahl (ca. 1500°C)
  • Thermischer Ausdehnungskoeffizient: 8,6·10⁻⁶/K – niedriger als Stahl (12·10⁻⁶/K), wichtig für Präzisionsbauteile

Korrosionseigenschaften:

  • Passivierungsschicht: Titan bildet sofort eine stabile TiO₂-Schicht an der Luft – selbstheilend, extrem dünn (3–10 nm) und hart
  • Beständig gegen: Salzsäure (verdünnt), Schwefelsäure (verdünnt), Salpetersäure, Meeresklima, Chlorverbindungen
  • Bedingt beständig gegen: konzentrierte Salzsäure, Flusssäure (zerstört TiO₂-Schicht) – hier Sondervarianten erforderlich
  • Unschlagbar in Meerwasser: Titan zeigt in Salzwasser praktisch keinerlei Korrosion – ideal für Offshore- und Schiffbauanwendungen

Biokompatibilität:

  • Titan wird vom menschlichen Körper nicht abgestossen – höchste Biokompatibilität aller Metalle
  • Osseointegration: Knochen wächst direkt an Titanflächen an – Grundlage für Zahnimplantate, Hüftprothesen, Knochenplatten
  • Keine Allergisierung: Titan ist hypoallergen – MRT-fähig, röntgensichtbar
  • FDA- und CE-zugelassen für Implantate: Medizinproduktezulassung möglich bei entsprechendem Fertigungsprozess

Diese Eigenschaften erklären, warum Titan trotz seines höheren Preises in Hochleistungsanwendungen bevorzugt wird. Wer Titanblech kauft, zahlt mehr als für Stahl oder Aluminium – bekommt dafür aber ein Material, das in Gewicht, Festigkeit und Bestandsdauer nahezu jeden anderen metallischen Werkstoff übertrifft.

Titan im Vergleich zu Stahl und Aluminium – wann lohnt sich Titan?

Die Entscheidung für Titan ist immer eine Abwägung aus Performance und Kosten. Folgende Faustregeln helfen bei der Materialwahl:

Titan statt Stahl, wenn:

  • Gewichtsreduzierung entscheidend ist und Festigkeit nicht geopfert werden darf (Luft- und Raumfahrt, Sportgeräte)
  • Korrosionsschutz ohne zusätzliche Beschichtung gefordert ist (Offshore, Meerwasser, Chemie)
  • Biokompatibilität erforderlich ist (Medizintechnik, Implantate)
  • Hohe Betriebstemperaturen auftreten, bei denen Stahl an Festigkeit verliert (bis 500°C für Grade 5)

Titan statt Aluminium, wenn:

  • Höhere Zugfestigkeit gefordert ist (Ti-Grade 2: 345 MPa vs. Al 5052: 230 MPa; Ti-Grade 5: bis 1100 MPa)
  • Korrosion in salzhaltiger oder chemischer Umgebung auftritt, die Aluminium angreift
  • Biokompatibilität erforderlich ist (Aluminiumlegierungen sind nicht implantatgeeignet)
  • Temperaturbeständigkeit über 150°C benötigt wird (Aluminium verliert dort stark an Festigkeit)

Aluminium oder Stahl bevorzugt, wenn:

  • Kosten dominieren und Titan-Performance nicht zwingend erforderlich ist
  • Schweissbarkeit mit Standardverfahren gefordert ist (Titan braucht Schutzgasatmosphäre)
  • Elektrische Leitfähigkeit wichtig ist (Titan leitet schlecht: 2,4 m/(Ω·mm²) vs. Kupfer 58)

Titanblech Grade 2 (3.7035) – der Allrounder unter den Titanblechen

Grade 2 ist das meistverwendete Reintitan weltweit. Mit einem Reinheitsgehalt von über 99,2 % Titan und einem Sauerstoffanteil von maximal 0,25 % ist es das weichste und formbarste der gängigen Titansorten. Die Werkstoffnummer 3.7035 entspricht der ASTM-Bezeichnung Grade 2 und der europäischen Norm EN 10204. Das Titanblech Grade 2 0,3–8 mm 3.7035 bei Evek deckt mit seinem Dickenspektrum nahezu alle typischen Blech- und Plattenanwendungen ab.

Technische Kennwerte von Titanblech Grade 2 (3.7035)

Mechanische Eigenschaften (Mindestwerte nach ASTM B265 / EN 10204):

  • Zugfestigkeit Rm: 345–515 MPa – vergleichbar mit mittelhartem Baustahl, aber bei halber Dichte
  • Streckgrenze Rp0,2: mind. 275 MPa – gute Formstabilität unter Last
  • Bruchdehnung A: mind. 20 % – ausreichende Duktilität für Tiefzieh- und Umformprozesse
  • Härte: ca. 145–200 HB – weicher als Stahl, härter als die meisten Aluminiumlegierungen
  • E-Modul: 103–107 GPa – elastisch nachgiebiger als Stahl; Rückfederung beim Umformen einkalkulieren

Chemische Zusammensetzung (ASTM Grade 2, max. Gehalte):

  • Titan: ≥99,2 % (Rest nach Abzug aller Legierungselemente)
  • Sauerstoff (O): max. 0,25 % – bestimmt maßgeblich Festigkeit und Duktilität
  • Stickstoff (N): max. 0,03 %
  • Kohlenstoff (C): max. 0,08 %
  • Wasserstoff (H): max. 0,015 % – kritisch für Wasserstoffversprdung
  • Eisen (Fe): max. 0,30 %

Der Sauerstoffgehalt ist der wichtigste Einstellparameter bei Reintitan: Grade 1 hat weniger als 0,18 % O und ist noch weicher, Grade 3 hat bis zu 0,35 % O und ist fester, aber weniger duktil. Grade 2 ist der optimale Kompromiss für die meisten Anwendungen.

Dickenspektrum 0,3–8 mm – Anwendungen je Dickenbereich

Dünnblech 0,3–1 mm:

  • 0,3–0,5 mm: Abdichtungsfolien in chemischen Apparaten, dünne Verkleidungsbleche, Hitzeschutzschilde in Auspuffanlagen
  • 0,5–0,8 mm: Medizinische Instrumente, Implantathüllen, Dünnwandgehäuse für Luft- und Raumfahrtelectronik
  • 1 mm: Titanblech 1 mm ist der meistbestellte Standarddurchmesser – für Gehäusebleche, Verkleidungen und Prototypen

Mittelblech 1–3 mm:

  • 1–2 mm: Strukturplatten in Luft- und Raumfahrtbaugruppen, Schiffbaukonstruktionen, Reaktorbehälter-Innenauskleidungen
  • 2–3 mm: Druckbehälterwände, Rohrleitungsstützen, Fahrzeugkarosserieteile im Rennsport

Platte 3–8 mm:

  • 3–5 mm: Apparatebau, Wärmetauscher-Trennwände, Chemieanlagenhälften
  • 5–8 mm: Tragende Konstruktionen, dicke Druckbehälterböden, Flanschplatten, Meerwasser-Filtrationsanlagen

Normen und Zertifizierungen für Grade 2 Titanblech

Titanblech Grade 2 wird nach einer Reihe internationaler Normen gefertigt und geprüft. Wer Titanblech kauft, sollte auf die Normenkonformität achten, besonders in regulierten Bereichen wie Medizintechnik oder Luftfahrt:

  • ASTM B265: Amerikanische Norm für Titanblech und -band – international am häufigsten referenziert
  • EN 10204: Europäische Werkstoffzeugnisnorm – Typ 3.1 für die meisten Industrieanwendungen
  • AMS 4902: Luft- und Raumfahrtnorm für unlegiertes Titan Grade 2 – strengere Prüfanforderungen
  • ISO 5832-2: Medizintechniknorm für Titanlegierungen in Implantaten (Reintitan)
  • DIN 17860: Deutsche Norm für Titanbleche – überwiegend durch EN-Normen abgelöst

Bei Evek wird das Titanblech Grade 2 mit Werkstoffzeugnissen nach EN 10204 geliefert. Für Anwendungen, die AMS- oder ISO-5832-Zertifizierung erfordern, kontaktieren Sie bitte das Evek-Vertriebsteam für ein individuelles Angebot.

Titanblech Grade 5 (3.7165, Ti-6Al-4V) – die Hochfestigkeitsvariante für Extremanwendungen

Wenn Grade 2 der Allrounder ist, dann ist Grade 5 der Hochleister. Die Legierung Ti-6Al-4V – offiziell Titanlegierung mit 6 % Aluminium und 4 % Vanadium – ist die mit Abstand meistverwendete Titanlegierung weltweit und macht rund 50 % der gesamten Titanproduktion aus. Ihre Zugfestigkeit von 900 bis 1100 MPa – fast dreimal so hoch wie Grade 2 – bei gleicher Dichte macht sie zum Benchmark für spezifische Festigkeit.

Technische Kennwerte von Titanblech Grade 5 (3.7165, Ti-6Al-4V)

Mechanische Eigenschaften (nach ASTM B265 Grade 5, geglüht):

  • Zugfestigkeit Rm: 895–1100 MPa – auf dem Niveau von hochfestem Vergütungsstahl
  • Streckgrenze Rp0,2: mind. 828 MPa – sehr hoher elastischer Bereich
  • Bruchdehnung A: mind. 10 % – geringer als Grade 2, aber noch ausreichend duktil für Konstruktionsteile
  • Härte: ca. 30–36 HRC (320–370 HB) – deutlich härter als Grade 2
  • E-Modul: 113–120 GPa – etwas steifer als Grade 2
  • Dauerfestigkeit: ca. 500–620 MPa – hervorragend für zyklisch belastete Bauteile
  • Temperaturbeständigkeit: bis ca. 350°C Dauerbetrieb, bis 500°C Kurzzeitbelastung – Grade 2 nur bis 300°C

Chemische Zusammensetzung (ASTM Grade 5, Nominalgehalte):

  • Aluminium (Al): 5,5–6,75 % – stabilisiert Alpha-Phase, erhöht Festigkeit und Temperaturbeständigkeit
  • Vanadium (V): 3,5–4,5 % – stabilisiert Beta-Phase, verbessert Umformbarkeit und Schweissbarkeit
  • Sauerstoff (O): max. 0,20 %
  • Eisen (Fe): max. 0,30 %
  • Titan: Rest – ca. 89–90 %

Die Alpha-Beta-Struktur von Ti-6Al-4V verleiht der Legierung ihre einzigartige Kombination: Festigkeit durch die Alpha-Phase, Umformbarkeit durch die Beta-Phase. Durch gezielte Wärmebehandlungen (Vergüten und Anlassen) können Festigkeit und Zähigkeit weiter optimiert werden, was Grade 5 zum bevorzugten Werkstoff für Hochleistungskomponenten macht.

Grade 2 vs. Grade 5 – die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Die Wahl zwischen Grade 2 und Grade 5 hängt von der Anwendung ab. Hier die entscheidenden Unterschiede:

Grade 2 ist besser geeignet, wenn:

  • Maximale Umformbarkeit gefordert ist (Tiefziehen, Biegen, Rollformen)
  • Schweissbarkeit mit gängigen Verfahren (WIG/TIG) im Vordergrund steht
  • Biokompatibilität in Reinform gefordert ist (Implantate, medizinische Instrumente)
  • Sehr gute Korrosionsbeständigkeit bei moderaten mechanischen Anforderungen genügt
  • Preis eine Rolle spielt: Grade 2 ist deutlich günstiger als Grade 5

Grade 5 ist besser geeignet, wenn:

  • Höchste Zugfestigkeit bei minimalem Gewicht gefordert ist (Luft- und Raumfahrt, Motorsport)
  • Zyklische Beanspruchung (Ermüdung) ein kritisches Auslegungskriterium ist
  • Betriebstemperaturen bis 500°C auftreten
  • Wandstärken durch höhere Festigkeit reduziert werden sollen – weiteres Gewicht sparen
  • Zertifizierungsanforderungen nach AMS 4928 / MIL-T-9046 erfüllt werden müssen

Dickenspektrum 0,5–10 mm (Grade 5) – Anwendungen je Dicke

  • 0,5–1 mm: Dünnwandige Strukturteile in Flugtriebwerken, Gehäusebleche in der Luft- und Raumfahrtelektronik
  • 1–3 mm: Strukturplatten in Flugzeugzellen, Motorsportkarosserien, Fahrradrahmenteile
  • 3–6 mm: Dickwandige Strukturknoten, Anschlussplatten in Fachwerkstrukturen, Turbinenschaufeln-Grundkörper
  • 6–10 mm: Massive Konstruktionsteile: Flansche, Lagerbrücken, Druckbehälterböden mit höchsten Anforderungen

Anwendungsgebiete von Titanblech – wo Titan keine Alternative hat

Titan ist kein Universalmaterial – es ist ein Spezialwerkstoff für Anwendungen, bei denen andere Metalle versagen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Einsatzbereiche und erklärt, warum Titan dort die erste Wahl ist.

Luft- und Raumfahrt: Titan als Strukturwerkstoff

In der Luft- und Raumfahrt ist Titan nicht mehr wegzudenken. Moderne Verkehrsflugzeuge wie der Boeing 787 oder der Airbus A350 bestehen zu 15–20 % ihres Strukturgewichts aus Titan, primär als Grade 5 (Ti-6Al-4V). Die Gründe sind eindeutig:

  • Triebwerkskomponenten: Fanscheiben, Verdichterschaufeln, Gehäusebleche – Grade 5 wegen höchster Festigkeit bei Temperaturen bis 350°C
  • Flugzeugzelle: Spante, Rippen, Hautbleche in Triebwerksnacellen – Grade 5 für tragende Strukturen
  • Fahrwerk: Bremsklappen, Hydraulikkomponenten – Titan widersteht Ermüdung und Korrosion durch Hydraulikflüssigkeiten
  • Raumfahrt: Druckbehälter für Raketentreibstoff, Gehäuse für Satelliteninstrumente – Grade 2 für Korrosionsbeständigkeit im Weltraum
  • Titanblech Preis in der Luftfahrt: Durch Losgrößeneffekte und Zertifizierungsanforderungen höher als Standardlieferung

Medizintechnik: Titan als bioverträglicher Werkstoff

Die Biokompatibilität von Titan ist in der Medizin unersetzt. Kein anderes Metall bietet eine vergleichbar gute Osseointegration (Einwachsen von Knochengewebe), verbunden mit ausreichender Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit in Körperflüssigkeiten.

  • Zahnimplantate: Schraubenförmige Implantate aus Grade 4-Titan (höherlegiert als Grade 2) oder Ti-6Al-4V ELI (Extra Low Interstitials)
  • Hüftprothesen und Kniegelenksersatz: Schalen und Schfts aus Grade 5 (ELI-Variante für Implantatanwendungen)
  • Knochenplatten und Schrauben: Grade 2-Titanblech als Ausgangsmaterial für gestanzte Osteosyntheseteile
  • Instrumentengehäuse: Titanblech für chirurgische Instrumente und Endoskopiegehäuse – sterilisierbar, leicht, korrosionsfest
  • Herzschrittmachergehäuse: Grade 1 oder Grade 2-Titanblech (0,3–0,5 mm) als Tiefziehhälfte

Chemische Industrie und Offshore: Titan gegen Korrosion

In der chemischen Verfahrenstechnik und im Meeresumfeld ist Titan die Antwort auf Korrosionsprobleme, für die selbst hochlegierter Edelstahl keine ausreichende Lebensdauer bietet.

  • Wärmetauscher: Titanrohre und -platten in der Meerwasserentsalzung – Grade 2 wegen maximaler Korrosionsbeständigkeit
  • Reaktorbehälter: Innenauskleidung mit Titanblech Grade 2 gegen aggressive Säuren und Chlorverbindungen
  • Offshore-Strukturen: Titanflansche, Rohrleitungsbauteile und Ventilgehäuse in Meerwasserumgebung
  • Chloralkali-Elektrolyse: Titananoden und -kathoden – Grade 2 ist resistent gegen das entstehende Chlor
  • Meerwasserentsalzungsanlagen: Titanblech als Strukturmaterial für Umkehrosmosemembranen-Gehäuse

Sport und Konsumer: Titan im Alltag

Auch abseits von Hightech-Industrien hat Titan seinen Platz gefunden – dort, wo Höchstleistung und Gewichtsreduktion gefragt sind und der Mehrpreis gerechtfertigt werden kann.

  • Fahrradrahmen: Grade 9 (Ti-3Al-2.5V) als Hauptlegierung, Grade 5-Bleche für Verbinder und Ausfallenden
  • Motorsport: Titanblech Grade 5 für Auspuffsysteme, Bremskomponenten und Karosserieteile in Formel und GT
  • Bergsport und Expeditionsausrüstung: Titankochtöpfe, Besteck, Feldfläschchen aus Grade 2-Blech – leicht und korrosionsfest
  • Uhrenindustrie: Titanblech für Gehäuse und Armbänder – allergiefrei, leicht, kratzfester als Gold
  • Tauchausrüstung: Atemregler-Gehäuse aus Titan – kein Anrosten in Salzwasser

Verarbeitung von Titanblech – was Sie wissen müssen, bevor Sie beginnen

Titan ist kein schwieriges Material – aber es ist ein anspruchsvolles. Wer mit Stahl- oder Aluminium-Erfahrung an Titan herangeht, wird feststellen, dass das Material in mehreren Punkten ein anderes Vorgehen erfordert. Die wichtigsten Unterschiede und Verarbeitungshinweise im Überblick:

Zuschnitt und Sägen: Saubere Trennverfahren für Titanblech

Titan kann mit denselben Werkzeugen geschnitten werden wie Edelstahl, allerdings mit angepassten Parametern. Das Material neigt zum Kaltverschweißen an der Schnittfläche und zur Bildung von Aufbauschneiden, wenn Werkzeuge zu stumpf sind oder die Schnittgeschwindigkeit zu hoch ist.

  • Kreissäge: HM-bestücktes Blatt, langsame Drehzahl (30–60 m/min), ausreichend Kühlmittel; nie ohne Kühlung sägen
  • Bandsäge: Bimetall- oder HSS-Bandsägeblatt; Zahnteilung 3–4 Zähne/Zoll für Bleche bis 6 mm
  • Wasserstrahlschneiden: Ideal für Titan – keine Wärmeeinbringung, keine Gefügeänderung, enge Toleranzen möglich
  • Laserscneiden: Möglich mit Faserlaser; N₂-Schutzgas verwenden (nicht O₂ – Titan oxidiert heftig mit Sauerstoff bei Lasertemperaturen)
  • Wasserstrahl-Zuschnitt bei Evek: Für den Titanblech Grade 2 und Titanblech Grade 5 steht Wasserstrahl auf Anfrage zur Verfügung
  • Scheren: Bis ca. 2 mm möglich; Schnittkraft höher als bei Stahl; Kanten nachbearbeiten

Umformen: Biegen und Tiefziehen von Titanblech

Das Umformen von Titanblech ist anspruchsvoller als bei Stahl oder Aluminium. Titan hat einen hohen E-Modul im Verhältnis zur Streckgrenze, was zu einer ausgeprägten Rückfederung beim Biegen führt. Außerdem zeigt Titan eine höhere Verformungsgeschwindigkeitsabhängigkeit.

Wichtige Praxishinweise zum Biegen:

  • Rückfederung: Bei Grade 2 ca. 15–25° bei 90°-Biegung; bei Grade 5 bis zu 35° – starkes Überbiegen erforderlich
  • Mindestbiegeradius: Grade 2: r ≥ 2×t (t = Blechdicke) bei Kaltumformung; Grade 5: r ≥ 3–4×t
  • Warmbiegen: Titan lässt sich bei 300–500°C deutlich einfacher biegen; in Luft möglich, jedoch Oxidation der Oberfläche beachten
  • Werkzeugmaterial: Hartmetall oder Keramikwerkzeuge bevorzugen; Stahl kann auf Titan aufschweißen (Kaltverschweißen)
  • Schmiermittel: Sulfidisches Öl oder Wachse verwenden; PTFE-Folien als Trennschicht zwischen Blech und Werkzeug
  • Kaltbiegen bei Grade 5: Nur bis ca. 2 mm Dicke empfohlen; dickere Platten warmumformen

Tiefziehen von Titanblech:

  • Grade 2 ist tiefziehfähig – ähnlich wie austenitischer Edelstahl, aber mit höherer Rückfederung
  • Ziehverhältnis β max = 1,8–2,0 für Grade 2 (Stahl: bis 2,5) – weniger Umformschritte ohne Zwischenglühen möglich
  • Ziehgeschwindigkeit niedrig halten: 1–3 m/min, sonst Reibungserwärmung und Kleben am Werkzeug
  • Grade 5: Tiefziehen sehr schwierig; praktisch nur warmumformbar bei Temperaturen über 700°C

Schweissen: Schutzgasatmosphäre ist Pflicht

Das Schweissen von Titan ist möglich und in der Industrie gängige Praxis, erfordert aber zwingend eine Inertgasabdeckung. Titan reagiert ab ca. 400°C heftig mit Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff – die entstehenden Verbindungen (TiO₂, TiN, TiH) machen die Schweissnaht spröde und rissanfällig.

  • Verfahren: WIG/TIG mit Argon oder Helium als Schutzgas; Plasma-Schweissen möglich
  • Schutzgasabdeckung: Nicht nur die Schweisszone, sondern auch die Rückseite und die Abkühlzone bis unter 400°C schützen
  • Schweissnahtfarbe als Qualitätsindikator: Silbern = perfekt; hellgelb = akzeptabel; dunkelgelb bis blau = Oxidation, Naht prüfen; grau/weiß = unbrauchbar, herausarbeiten
  • Zusatzwerkstoff: Titandraht Grade 2 für Grade-2-Blech; Grade 5-Draht für Grade-5-Blech; niemals Stahl-Schweisszusatz verwenden
  • Vorwärmen: Bei Grade 2 nicht nötig; bei Grade 5 optional bis 150°C für dicke Querschnitte
  • Keine Elektrode, kein CO₂: MIG/MAG mit CO₂ oder gemischtem Schutzgas ist für Titan nicht geeignet

Zerspanung: Drehen, Fräsen, Bohren von Titan

Titan ist zerspanbar, aber anspruchsvoll. Die niedrige Wärmeleitfähigkeit (6,7 W/(m·K) bei Grade 2 – Stahl: 50 W/(m·K)) führt dazu, dass die entstehende Schnittwärme kaum abgeführt wird und sich im Werkzeug und Werkstück konzentriert. Das führt zu schnellem Werkzeugverschleiß, wenn falsch gearbeitet wird.

  • Schnittgeschwindigkeit niedrig: 30–70 m/min für Grade 2; 20–50 m/min für Grade 5 (Stahl: 200–300 m/min)
  • Vorschub: Höher als bei Stahl – Titan neigt bei zu geringem Vorschub zum „Schmieren“ und Aufbauschneiden
  • Kühlmittel: Reichlich Öl-in-Wasser-Emulsion oder Synthetik-Schneidfluid –niemals trocken zerspanen
  • Werkzeugmaterial: Hartmetall (K-Gruppe) bevorzugen; HSS nur für einfache Operationen; Beschichtungen TiAlN oder AlCrN
  • Bohrungen: Kurze Spiralbohrer, hoher Vorschub, häufig Späne brechen – Titan bildet lange, zähe Späne
  • Geräusch als Signal: Quietschendes Geräusch beim Drehen = Werkzeug stumpf oder Schnittparameter falsch; sofort korrigieren

Oberflächenbehandlung von Titanblech

Titan hat von Natur aus eine stabile Oxidschicht und benötigt in den meisten Anwendungen keinen zusätzlichen Korrosionsschutz. Je nach Anwendung können aber bestimmte Oberflächenbehandlungen sinnvoll sein:

  • Beizen (Pickling): Entfernung von Oxidverfärbungen nach dem Schweissen mit HF/HNO₃-Mischung; sorgfältig neutralisieren und spülen
  • Anodisieren: Farbige Oberflächen durch anodische Oxidation (15–100 V – verschiedene Farben durch Schichtdicke); kein Farb- oder Lack-Zusatz nötig
  • Polieren: Elektropolieren oder mechanisches Polieren bis Hochglanz möglich; Abrasivscheiben mit keramischem Schleifmittel verwenden
  • Plasmanitrieren: Erhöht Oberflächenhärte erheblich (bis 2000 HV) – für Gleit- und Reibanwendungen
  • PVD-Beschichtung: TiN, TiAlN als zusätzliche Hartstoffschicht – bei Werkzeugbauteilen aus Titan

Titanblech Preis – Einflussfaktoren und Kalkulation

Titanblech ist teurer als Edelstahl und deutlich teurer als Aluminium. Der höhere Preis hat technische und wirtschaftliche Ursachen, die beim Kauf verstanden werden sollten, um Kosten realistisch zu kalkulieren und unnötige Mehrausgaben zu vermeiden.

Warum Titan so teuer ist – die Ursachen

  • Rohstoff-Verfügbarkeit: Titan ist das neunthäufigste Element der Erdkruste – aber die Gewinnung (Kroll-Prozess) ist extrem energieintensiv
  • Kroll-Prozess: Titandioxid wird mit Chlor und Magnesium reduziert – mehrstufig, diskontinuierlich, teuer
  • Walzkosten: Titan ist schwer umformbar; Walzpressen müssen höhere Kräfte aufbringen als bei Stahl oder Aluminium
  • Schutzgasanforderungen: Schmelzen, Gießen und Warmwalzen müssen unter Inertgasatmosphäre stattfinden – Produktionsaufwand steigt
  • Kleine Markt: Titan-Gesamtmarkt ist viel kleiner als Stahl oder Aluminium – Skaleneffekte fehlen

Preisunterschiede: Grade 2 vs. Grade 5 und Dickeneinfluss

  • Grade 5 (Ti-6Al-4V) ist ca. 20–40 % teurer als Grade 2 – durch höhere Legierungskosten (Al, V) und aufwändigere Walztechnologie
  • Dünnbleche (0,3–1 mm) haben höhere Walzkosten pro kg als dicke Platten – Titanblech 1 mm Preis liegt daher über dem Preis für 6 mm-Platte
  • Zuschnittkosten: Standardzuschnitte (rechteckig) sind günstiger als Konturen- oder Freiformzuschnitte
  • Mengeneffekt: Größere Mengen (ab 10 kg) senken den Stückpreis erheblich – Evek bietet Mengenpreise auf Anfrage
  • Titanblech Preise variieren mit dem Rohstoffmarkt: Schwankungen von ±15 % im Jahresverlauf sind möglich

Aktuelle Titanblech Grade 2 und Titanblech Grade 5 finden Sie tagesaktuell auf den Produktseiten im Evek-Shop. Bei größeren Mengen oder regelmäßigem Bedarf empfiehlt sich eine direkte Anfrage beim Evek-Vertriebsteam für ein individuelles, günstigeres Angebot.

Titanblech Zuschnitt nach Maß bei Evek – Formate, Toleranzen und Bestellung

Titanblech kaufen heißt bei Evek: Sie bestimmen das Format, wir liefern den Zuschnitt. Beide Titanblech Grade 2 und Titanblech Grade 5 – sind als Zuschnitt im Format 100 bis 1000 mm lieferbar. Das bedeutet: Länge und Breite können innerhalb dieser Grenzen frei gewählt werden, sodass kein überflüssiger Materialverschnitt entsteht.

Verfügbare Formate und Zuschnittgrenzen

  • Mindestmaß: 100×100 mm – kleinere Zuschnitte sind nicht verfügbar
  • Maximalmaß: 1000×1000 mm für Standardzuschnitt
  • Dickenbereich Titanblech Grade 2: 0,3 / 0,4 / 0,5 / 0,6 / 0,8 / 1 / 1,2 / 1,5 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 6 / 8 mm
  • Dickenbereich Titanblech Grade 5: 0,5 / 0,8 / 1 / 1,5 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 6 / 8 / 10 mm
  • Dickentoleranz: nach ASTM B265 Tabelle 1; für Präzisionsanwendungen enge Toleranz auf Anfrage möglich
  • Längen- und Breitentoleranzen: ±1 mm bei Scherzuschnitt; enger bei Wasserstrahl auf Anfrage

So bestellen Sie Titanblech bei Evek – Schritt für Schritt

  1. Titanblech-Produkt im Evek-Shop aufrufen: Titanblech Grade 2 oder Titanblech Grade 5 Dicke auswählen (je nach Produkt 0,3–8 mm bzw. 0,5–10 mm)
  2. Zuschnittmaße eingeben: Breite und Länge in mm (100–1000 mm je Seite)
  3. Stückzahl festlegen
  4. Tagesaktuellen Preis prüfen – wird automatisch berechnet
  5. In den Warenkorb legen und Bestellung abschließen
  6. Lieferung ab Lager – binnen kurzer Frist an Ihre Adresse

Für Sonderformate über 1000 mm, Wasserstrahlzuschnitte mit engen Toleranzen, spezielle Normen und Zertifizierungen (AMS, ISO 5832, MIL-T) oder Großmengenbestellungen steht das Evek-Vertriebsteam für persönliche Beratung und individuelle Angebote zur Verfügung.

Fazit: Titanblech kaufen bei Evek – das richtige Material für jede Anforderung

Titan ist das Material der Extremanforderungen: leichter als Stahl, korrosionsbeständiger als Edelstahl, biokompatibel wie kein anderes Metall. Die Wahl zwischen Grade 2 und Grade 5 entscheidet über Umformbarkeit versus Hochfestigkeit – beide Qualitäten haben ihren klar definierten Einsatzbereich.

Bei Evek sind beide Varianten ab Lager verfügbar: das Titanblech Grade 2 0,3–8 mm 3.7035 für Korrosionsschutz, Umformung und Medizintechnik, und das Titanblech Grade 5 0,5–10 mm 3.7165  für Luft- und Raumfahrt, Motorsport und Hochleistungsmaschinenbau. Zuschnitte im Format 100 bis 1000 mm, tagesaktueller Titanblech Preis und schnelle Lieferung aus eigenem Lager – das ist das Evek-Versprechen.

Bestellen Sie Titanblech jetzt online im Evek-Shop: Qualität wählen, Dicke einstellen, Maße eingeben – und Ihr Titanblech Zuschnitt nach Maß ist auf dem Weg. Bei Fragen zur Materialauswahl, zu Toleranzen oder zu Zertifizierungen steht Ihnen das Evek-Metallexperten-Team kompetent und schnell zur Verfügung.

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