Titanzinkblech kaufen – TitanZink Platten 0.55–1mm nach Maß

Was ist Titanzink? – Legierungschemie, Gefüge und Normung

Titanzink ist kein Zufallsprodukt. Die Legierung wurde in den 1960er-Jahren in Belgien entwickelt und von der Firma VMZINC erstmals als Baumaterial industriell etabliert. Das Ziel war klar: die hervorragende Witterungsbeständigkeit und natürliche Patinierung von Zink mit deutlich verbesserten mechanischen Eigenschaften zu verbinden, die eine langlebige Anwendung als Dünnblech im Außenbereich ermöglichen.

Chemische Zusammensetzung der Titanzink-Legierung

Die Zusammensetzung ist nach EN 1179 (Zinklegierungen) genormt. Der scheinbar einfachen Legierung liegt eine präzise chemische Abstimmung zugrunde:

  • Zink (Zn): 98,75–99,25 % – Basismetall; liefert Korrosionsbeständigkeit durch ZnO/ZnCO₃-Passivierung
  • Kupfer (Cu): 0,08–0,20 % – Festigungselement; erhöht Zugfestigkeit und Kriechbeständigkeit; verändert die Patinafärbung
  • Titan (Ti): 0,06–0,20 % – Gefügeverfeiner; verfeinert das Korngefüge erheblich; reduziert Kriechneigung drastisch
  • Verunreinigungen (Fe, Pb, Cd, Sn): streng begrenzt; Blei max. 0,003 % – Titanzink ist praktisch bleifrei
  • Gesamtlegierungsanteil: unter 1 % – trotzdem massive Eigenschaftsverbesserung gegenüber Reinzink

Der Vergleich mit Reinzink illustriert den Fortschritt: Während Reinzink (Z1 nach EN 1179) eine Zugfestigkeit von nur ca. 120 MPa und eine ausgepärgte Kriechneigung bei Raumtemperatur hat, erreicht Titanzink Zugfestigkeiten von 160–200 MPa bei gleichzeitig stark reduzierter Verformung unter Dauerlast. Das macht den Unterschied zwischen einem Material, das nach 20 Jahren durchhängt, und einem, das nach 80 Jahren noch plan liegt.

Gefüge und der Einfluss von Titan und Kupfer

Die Mikrostruktur von Titanzink erklärt seine besonderen Eigenschaften. Im Gegensatz zum grobkörnigen Reinzink bewirkt der Titananteil eine dramatische Kornfeinung:

  • Reinzink: Korngröße 1–10 mm – grob, Gleitebenen lang, Kriechneigung hoch
  • Titanzink: Korngröße 0,01–0,1 mm – feinkörnig, Versetzungsbewegung behindert, Kriechbestand hoch
  • Titan besetzt Korngrenzen: TiZn₃-Intermetallika an Korngrenzen blockieren Versetzungswanderung
  • Kupfer in der Matrix: bildet CuZn-Mischkristalle, die die Streckgrenze erhöhen (Mischkristallverfestigung)
  • Ergebnis: deutlich höhere Kriechbeständigkeit als Reinzink; Bleche bleiben dauerhaft plan

Normen und Qualitätsstandards für Titanzinkblech

  • EN 1179: Zinklegierungen – Grundnorm für die chemische Zusammensetzung von Zinklegierungen
  • EN 14783: Gewalzte Flacherzeugnisse aus Zinklegierungen – Anforderungen an Blech und Band
  • DIN 17770: Deutsche Norm für Zinkbleche und -streifen im Bauwesen – weitgehend durch EN-Normen abgelös
  • EN 988: Zink und Zinklegierungen – Anforderungen an gewalzte Flacherzeugnisse für das Bauwesen (Hauptnorm für Dachdecker)
  • DIN 18339: ATV-Norm für Klempnerarbeiten an Außenflächen von Gebäuden – regelt Verarbeitungsregeln
  • VMZINC-Technische Richtlinie: Herstellerspezifische Verarbeitungsempfehlungen des Marktführers, de facto Standard bei Planern

Das Titanzinkblech 0,55–1 mm Titanzink Platten  bei Evek entspricht den Anforderungen der EN 988 und wird mit Werkstoffzeugnis nach EN 10204 geliefert. Für Projekte mit besonderen Zertifizierungsanforderungen (z. B. zertifizierungspflichtige Gebäudehüllen) kontaktieren Sie bitte das Evek-Vertriebsteam.

Mechanische und physikalische Kennwerte – Titanzink im Detail

Für die Planung und Verarbeitung von Titanzinkblech sind genaue Materialkennwerte unentbehrlich. Die Zahlen erklären, warum Titanzink so anders verarbeitet werden muss als Stahl und warum manche Standardannahmen aus dem Stahlblechbereich hier nicht gelten.

Mechanische Eigenschaften von Titanzink nach EN 988

Festigkeit und Dehnung:

  • Zugfestigkeit Rm: 160–200 MPa – gering gegenüber Stahl (400–800 MPa), aber ausreichend für Fassaden- und Dachanwendungen
  • Streckgrenze Rp0,2: 110–150 MPa
  • Bruchdehnung A: 20–40 % – hervorragende Duktilität; ermöglicht starke Biegungen ohne Riss
  • Kriechgrenze: drastisch höher als Reinzink durch Ti-Legierung – kein sichtbares Durchhängen bei normalen Dachlasten

Härte und Elastizität:

  • Vickers-Härte HV: 55–75 HV – deutlich weicher als Stahl (120–200 HV), leicht bearbeitbar mit Handwerkzeugen
  • Elastizitätsmodul E: ca. 97 GPa – niedriger als Stahl (210 GPa); Bleche verformen sich elastisch stärker unter Lastspannungen
  • Rückfederung beim Biegen: ausgepärgt wegen niedrigem E-Modul – Überbiegen beim Kanten notwendig

Physikalische Eigenschaften – besonders für die Planung relevant

Dichte und Gewicht:

  • Dichte: 7,16 g/cm³ – ähnlich wie Stahl (7,85), deutlich schwerer als Aluminium (2,7)
  • Gewicht 0,7 mm Titanzinkblech: ca. 5,0 kg/m² – wichtig für Dachlaststatik
  • Gewicht 1,0 mm Titanzinkblech: ca. 7,2 kg/m²
  • Zum Vergleich: Aluminiumblech 0,7 mm: ca. 1,9 kg/m² – Titan-Zink ist deutlich schwerer

Thermische Eigenschaften – kritisch für Detailplanung:

  • Thermischer Ausdehnungskoeffizient: 22·10⁻⁶/K – höher als Stahl (12), fast so hoch wie Aluminium (23)
  • Praxisfolge: Ein 1 m langes Titanzinkblech dehnt sich bei Δ50°C (z. B. Winter/Sommer) um 1,1 mm aus
  • Schubverbindungen: Müssen auf Dehnung ausgelegt sein; feste Klemmverbindungen über längere Strecken sind unzulässig
  • Schmelzpunkt: 420°C – niedrig; kein Einsatz in der Nähe von Brandlasten oder als Brandschutz-Bauteil
  • Wärmeleitfähigkeit: 110 W/(m·K) – gut leitend; Kondensatschutz auf Rückseite einplanen

Elektrische Eigenschaften:

  • Elektrische Leitfähigkeit: ca. 16 m/(Ω·mm²) – deutlich besser leitend als Titan oder Stahl
  • Elektrochemisches Potenzial: Zink ist unedles Metall (−0,76 V) – opfert sich galvanisch bei Kontakt mit edleren Metallen
  • Wichtig für Planung: Kein direkter Kontakt mit Kupfer, Messing oder unlegierten Stahl ohne Trennlage

Die Titanzink-Patina – Selbstschutz durch chemische Natur

Die Patinierung von Titanzinkblech ist kein Schadensphänomen, sondern ein einzigartiger Schutzmechanismus: Das Material erschafft seine eigene Schutzschicht aus atmosphärischen Reaktionsprodukten. Dieser Prozess läuft in mehreren Phasen ab und ist der Hauptgrund für die außergewöhnliche Lebensdauer von Titanzinkdächern.

Patinierungsphasen im zeitlichen Verlauf

Phase 1 – Frisch verarbeitet (0–6 Monate):

  • Erscheinungsbild: Metallisch glänzend, blaugrau-silbern
  • Oberfläche: Zinkoxid (ZnO) bildet sich sofort; dünne, transparente Schicht
  • Charakter: Optisch ähnlich wie nichtrostender Stahl oder Aluminium
  • Empfindlichkeit: In dieser Phase am empfindlichsten gegen Fingerabdrücke und Kratzer

Phase 2 – Frühpatina (6 Monate bis 3 Jahre):

  • Erscheinungsbild: Ungleichmäßig, fleckig; wechselndes Grau-Silber-Matt
  • Chemie: Zinkhydroxid Zn(OH)₂ und erste Zinkkarbonat-Bildung (ZnCO₃)
  • Empfehlung: In dieser Phase nicht mit Reinigern behandeln – Patina sich selbst ausbilden lassen
  • Architektenhinweis: Diese Phase kann optisch unbefriedigend wirken; Auftraggeber vorab informieren

Phase 3 – Reife Patina (3–10 Jahre):

  • Erscheinungsbild: Gleichmäßig blaugrau-matt; charakteristisches Titanzink-Erscheinungsbild
  • Chemie: Stabile Mischung aus ZnO, ZnCO₃ und Zink-Hydroxid-Sulfat (Hydrocerusit-ähnliche Struktur)
  • Schutzwirkung: Voll ausgereift; Schicht dichtet die Metalloberfläche vollständig ab
  • Selbstreparatur: Lokale Schäden schließen sich durch atmosphärische Reaktion selbst

Phase 4 – Altpatina (ab ca. 30 Jahren):

  • Erscheinungsbild: Dunkler, manchmal beinahe schwarz oder dunkelgrau; sehr gleichmäßig
  • Schutzwirkung: Maximal ausgereift; Schichtdicke bis zu 10 μm
  • Wartung: Keine erforderlich; Regen hält die Patina sauber
  • Lebensdauer: Historische Belege zeigen Titanzinkdächer nach 80–100 Jahren in einwandfreiem Zustand

Vorbewitterte Titanzinkbleche – im Handel als „Quartz-Zinc“ (VMZINC), „Anthra-Zinc“ oder „Pigmento“ erhältlich – simulieren die Reifpatina bereits ab Werk durch eine chemische Vorbehandlung. So ist die finale Blaugrau-Optik vom ersten Tag an vorhanden. Das Evek-Standardprodukt ist blankes Titanzinkblech; für vorbewitterte Varianten Vertrieb kontaktieren.

Dickenspektrum 0,55–1 mm – welche Dicke für welche Anwendung?

Das Evek-Produkt Titanzinkblech  umfasst Dicken von 0,55 bis 1 mm. Dieser Bereich deckt alle gängigen Anwendungen in Dach, Fassade und Innenausbau ab. Die Dickenwahl folgt in der Regel dem Verwendungszweck und den technischen Anforderungen an Stehfalzabstand, Windlastwiderstand und Verarbeitbarkeit.

0,55 mm – Leichtbau und dekorative Anwendungen

Das dünnste verfügbare Format ist gleichzeitig das am häufigsten in der Handwerksbranche eingesetzte. 0,55 mm Titanzinkblech eignet sich für alle Anwendungen, bei denen geringstes Gewicht und maximale Formbarkeit im Vordergrund stehen.

  • Dachrinnen und Fallrohre: Standarddicke für Dachentwässerung; leicht zu löten und zu runden
  • Ornamentverkleidungen und Gesimse: Feine Profilierungen mit engen Radien ohne Rissbildung
  • Dachabschlüsse und -überstände: Leichte Elemente, die keine hohe Traglast erfordern
  • Zimmerdeckenverkleidungen innen: Titanzink als Designmaterial in repräsentativen Innenräumen
  • Gewicht: 0,55 mm ≈ 3,9 kg/m² – geringstes Gewicht im Sortiment

0,65 mm und 0,70 mm – der Dachdecker-Standard

Für Stehfalzdächer und Kassettenfassaden ist 0,65–0,70 mm die meistverwendete Dicke. Sie bietet ausreichende Eigensteifigkeit für feldartige Falzelemente bei gleichzeitiger Verarbeitungsfreundlichkeit.

  • Stehfalzdach: Standardverlegung mit Doppelstehfalz; Bahn 430–500 mm breit, Falzhöhe 25 mm
  • Kassettenfassaden (vorgehangte, hinterlüftete Fassade / VHF): Dachmodule 1000 mm × 500 mm
  • Dachflächenfenster-Einrahmungen: Formgenaue Verkleidungselemente um Velux- oder Fakro-Fenster
  • Kehlen und Gräte: Gefaltete Entwässerungsrinnen zwischen Dachflächen
  • Gewicht: 0,70 mm ≈ 5,0 kg/m² – Referenzgewicht in der Dachplanung

0,80 mm und 1,00 mm – anspruchsvolle Konstruktionen und Sondereinsatz

Dickere Titanzinkbleche werden bei Anwendungen eingesetzt, die höhere Eigensteifigkeit, längere Falzabstände oder erhöhte Windlastwiderstände erfordern. Sie sind schwerer zu verarbeiten, aber auch stabiler und langlebiger.

  • 0,80 mm: Fassadenplatten mit größeren Felddimensionen; Dachbahnen für Flächen mit hoher Schneelaststufe
  • 0,80 mm: Gesimse, Brüstungen und horizontale Abdeckungen mit ausladenden Kragarmen
  • 1,00 mm: Technikgehäuse im Außenbereich, Revisionskläppen, schwere Fassadenplatten
  • 1,00 mm: Skulpturen und Kunstinstallationen im Außenbereich, die dauerhafte Formstabilität erfordern
  • Gewicht: 1,00 mm ≈ 7,2 kg/m² – maximales Gewicht im Sortiment; Untergrundstatik beachten

Anwendungsgebiete von Titanzinkblech – Dach, Fassade und Design

Titanzinkblech ist primär ein Baumaterial, aber seine Anwendungsfelder gehen weit über das klassische Dach hinaus. Das Material hat sich in der zeitgenössischen Architektur als führende Wahl für repräsentative Fassaden und Dachflächen etabliert und findet zusätzlich im Innenausbau, im Designbereich und bei Spezialbauten Einsatz.

Steildach – Stehfalzdeckung als Klassikeranwendung

Das Stehfalzdach aus Titanzink ist die bewährteste und am weitesten verbreitete Anwendung des Materials. Historische Stadtzentren in ganz Europa – von Paris über Wien bis Zürich – sind mit Titanzinkdächern überzogen, die teilweise über 80 Jahre alt sind und keine Erneuerung benötigen.

  • Doppelstehfalz: Standardverbindung für Bitahnbreiten 430–530 mm; Falzhöhe mind. 25 mm; Mindestdachneigung 3°
  • Einfachstehfalz: Schnellere Ausführung; bei Dachneigungen über 25° akzeptabel
  • Scharen: Längsförmige Bleche werden in Scharen verlegt; Länge max. 10 m (bei 0,70 mm) wegen Dehnung
  • Klammern (Haften): Bewegliche Klammern aus Titan-Zink befestigen die Bleche auf dem Untergrund; keine Durchdringung der Deckfläche
  • Traufanschluss: Traufblech schließt das untere Ende der Scharen; überlappt mind. 20 mm in die Rinne
  • Firstabschluss: Firstblech mit einfachem oder doppeltem Stehfalz; Windhäken sichern gegen Abheben

Flachdach und gering geneigte Dächer

Auch auf gering geneigten Dächern (ab ca. 3°) ist Titanzinkblech einsetzbar, wenn die Ausführung sorgfältig und normgerecht erfolgt. Wasser muss sicher abgeleitet werden – stehendes Wasser löst die Zinkkarbonat-Patina auf und führt zu beschleunigter Korrosion.

  • Stehfalz-Kassettensystem: Kassettenmäßige Verlegung mit gefalzten Rändern; geeignet ab 3° Neigung
  • Leiterblechanschluss: An Attiken, Oberlichtern und Dachausgängen; besonderer Dehnungsausgleich notwendig
  • Entwässerungsrinnen: Innenliegende Rinnen aus Titanzinkblech auf Flachdach-Attiken; Bitumentrennlage zwischen Beton und Zink
  • Achtung stehende Nässe: Mindestneigung 1,5° im Rinnentiefpunkt sicherstellen; stehende Nässe auf Titanzink zerstört Patina

Fassadenverkleidungen – vorgehangte hinterlüftete Fassade (VHF)

In der modernen Architektur ist Titanzink als Fassadenmaterial außerordentlich beliebt. Die gleichmäßige Blaugrau-Patina, die mit jedem Regen aufgefrischt wird und keinen Anstrich braucht, passt zu minimalistischen und traditionellen Gestaltungskonzepten gleichermaßen.

  • Kassetten-VHF: Einzel-Paneele 500×1000 mm; in Unterstruktur eingehangen oder geschraubt; volle Hinterlüftung
  • Stehfalz-Fassade: Vertikale oder horizontale Scharen als Fassadenbahn; besonders bei kurvigen Gebäudeformen einsetzbar
  • Planken-Fassade (Abdeckprofil): Horizontale Blechstreifen auf Schienen; Stulp-Anschluss oder Nut-Feder-Verbindung
  • Lochblech Titanzink: Perforierende Fassadenelemente als Sonnenschutz oder Designelement; Evek auf Anfrage
  • Revealfassade: Rückgesetzte Fassade mit Titanzink-Laibungen; aufwendige Detailarbeit, aber repräsentatives Ergebnis
  • Gebäudebeispiele: Musikhalle Hamburg, Stadthaus Zürich, zahlreiche Bibliotheken und Museen in Mitteleuropa

Klempner- und Spenglerarbeiten: Dachrinnen, Anschlüsse, Gesimse

Ein erheblicher Teil des Titanzink-Verbrauchs entfällt nicht auf Dachflächen oder Fassaden, sondern auf das handwerkliche Kleinteil: Rinnen, Rohre, Anschlüsse, Gesimse, Kehlen und Verblechungen, die dem Wasser den Weg zeigen und Gebäudedetails abdichten.

  • Dachrinnen (halbrund oder eckig): aus 0,55–0,70 mm Titanzinkblech; gerundet auf Rinnenmesser; gelötet oder gefalzt
  • Fallrohre: aus 0,55 mm; 2–10 m längseingefaltete Rohre; Schellen an Fassade befestigt
  • Gesimse und Fensterbrüstungen: Aus 0,65–0,80 mm; profilierte Abdeckungen mit Wassernasen
  • Kehlen: Verbindung zweier Dachflächen; gefalzte Kehlblechlösungen aus 0,70–0,80 mm
  • Schornstein-Einfassung: Vierseitige Verblechung des Schornsteinfußfes; komplexe Formgebung; 0,65–0,70 mm
  • Traufverblechung: Abschluss der Dachfläche an der Traufe; an Dachrinne angeschlossen

Innenausbau und Design: Titanzink als ästhetisches Material

Abseits von Dach und Fassade hat sich Titanzinkblech in den letzten Jahren auch als Innenraumdesign-Material etabliert. Die matte Blaugrau-Optik, die Verarbeitbarkeit mit handwerklichen Mitteln und die Einzigartigkeit des Materials machen es für anspruchsvolle Innenräume attraktiv.

  • Küchenverkleidungen (Spritzschutz, Rückwände): 0,55–0,65 mm; mattgraue Alternative zu Edelstahl
  • Trägerflächen und Tischplatten: 1 mm Titanzink auf Holz-Trägerplatte; industriell-warmer Charakter
  • Bar- und Empfangstheken: Sichtbare Verkleidung aus Titanzinkblech in hochwertiger Gastronomie und Hotels
  • Wandpaneele in Empfangsbereichen: Kassettenförmige Verkleidungen; Patina als Gestaltungselement
  • Kunstobjekte und Skulpturen: Titanzink als Bildhauermedium für Außenskulpturen mit Langzeitbeständigkeit
  • Designmöbel: Schränke, Regale und Raumteiler mit Titanzink-Oberfläche – Patina als individuelle Note

Verarbeitung von Titanzinkblech – Handwerksregeln für optimale Ergebnisse

Titanzink ist ein Handwerkermetall: Es lässt sich mit einfachen Blechnerhandwerkzeug sehr präzise bearbeiten und erlaubt Möglichkeiten, die mit Aluminium oder Stahl nicht so leicht realisierbar wären. Gleichzeitig verlangt es Kenntnis einiger materialspezifischer Eigenheiten, die bei Missachtung zu Qualitätsproblemen oder Schäden führen können.

Zuschnitt – Scheren, Nibbeln, Sägen

  • Hebelschere / Tischschere: Bis 0,80 mm problemlos; Klingendruck kontrollieren – Zink ist weich, Schere darf nicht klemmen
  • Nibbler (elektrisch): Ideal für Bogenförmige Schnitte und Ausschnitte; geringe Gratbildung
  • Kreissäge mit HSS-Blatt: Für längere gerade Schnitte; Schnittgeschwindigkeit niedrig halten; keine Hartmetallscheiben
  • Bandsäge: Für kurvig-geformte Zuschnitte; feine Zahnteilung (8–10 Zähne/Zoll)
  • Wasserstrahl: Für Präzisionszuschnitte mit komplexen Konturen; bei Evek für Titanzinkblech  auf Anfrage möglich
  • Wichtig: Nie mit Trennscheibe schneiden – Funkenflug verbrennt die Zinkschicht und schädigt die Patina dauerhaft

Biegen, Falzen und Kanteln – die Kerntechniken der Klempnerei

Die Umformung von Titanzinkblech ist das Herzstück der Klempner- und Spenglerarbeit. Die hohe Bruchdehnung von 20–40 % erlaubt starke Verformungen, aber die ausgepärgte Rückfederung (durch niedrigen E-Modul) muss bei Maßangaben berücksichtigt werden.

Kaltbiegen:

  • Mindestbiegeradius: mind. 2×t (t = Dicke) bei Raumtemperatur; enge Radien später einarbeiten
  • Rückfederung: ca. 8–15° bei 90°-Biegung – Überbiegen auf 95–105°
  • Bei Temperaturen unter 7°C: Titanzink wird spröder; Biegen im Freien bei Kälte vermeiden oder Material vorwärmen
  • Biegen bei +7°C bis +15°C: Material mit Heißluftfön auf mind. 15°C erwärmen – Kaltbrüche vermeiden
  • Biegen gegen die Walzrichtung: leichter möglich (quer zur Walzrichtung); längs zur Walzrichtung erhöhte Rissneigung

Falzen (Stehfalz):

  • Einzel-Stehfalz: 20 mm Falzhöhe; für Flächen mit mäßiger Windlast
  • Doppel-Stehfalz: 25 mm Falzhöhe; wasserdichter und windlastfester; Standand für Steildächer
  • Falzmaschinen: Elektrische Falzmaschinen (z. B. Schlebach, Rolla, Beck & Heun) erzeugen gleichmäßige Falze; Handfalzen bei Reparaturen und Kleinstflächen
  • Falzdruckgerät: Handgetührte Falzdruckmaschine setzt den Stehfalz; niemals mit Stahlhammer schlagen – Druckstellen bleiben sichtbar

Löten: die traditionelle und zuverlässige Fügetechnik

Löten ist für Titanzink die bewährteste Fügemethode – eingesetzt seit Jahrhunderten und durch nichts vollständig ersetzbar, wenn dichte, ästhetisch anspruchsvolle Verbindungen gefordert sind.

  • Lot: Weichlot Sn60Pb40 (60 % Zinn, 40 % Blei) ist das Standardlot; bleifreie Varianten (Sn99Cu1) für Trinkwassernähe
  • Flussmittel: Zinkchlorid-basierte Flussmittel (z. B. „Salmöl“); aktiviert die Zinkoberfläche; Rückstände korrosiv – nach dem Löten gründlich mit Wasser abwaschen
  • Lötkolben: 80–150 Watt Kolben; Temperatur ca. 220–280°C; zu heiß verbrennt die Zinkoberfläche
  • Flächenlöten vs. Nahtlöten: Flächenlöten (Doppelte Flächen verloten) nur für nicht bewegliche Verbindungen; Nahtlöten für alle Kehl- und Anschlussverbindungen
  • Vorbereitung: Oberfläche mit Schleifvlies anrauhen; dann Flussmittel auftragen; dann erwärmen und Lötzinn zugeben
  • Qualitätskontrolle: Die Lötnaht soll gleichmäßig verlaufen; silbriger Glanz zeigt gute Verbindung; matte oder körnige Stellen deuten auf Fehllotung hin

Wichtige Verbote und Fehler bei der Verarbeitung

Titanzink vergibt Fehler nicht gnädig: Falsch gemachte Verbindungen, ungünstige Materialkombinationen oder falsch gewählte Befestigungsmittel führen zu vorzeitiger Korrosion und teuren Sanierungen. Die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet:

Galvanik und Kontaktkorrosion:

  • Kein direkter Kontakt mit Kupfer oder Kupferlegierungen (Messing): Kupfer-Ionen aus Kupferdächern oberhalb waschen auf Titanzink ab und zerstören es; Mindestabstand von Kupfer im Einzugsbereich des Regenwassers
  • Kein Kontakt mit unlegiertem Stahl ohne Schutz: Rostpartikel von Stahl fördern lokale Korrosion auf Zink
  • Edelstahlschrauben verwenden: Nur A4-Edelstahlschrauben für Befestigung; keine Stahlschrauben
  • Bitumen als Trennlage: Zwischen Beton/Mörtel und Titanzink immer bituminierte Trennlage einlegen – alkalisches Wasser greift Zink an

Thermische Fehler:

  • Keine feste Verklammerung über längere Strecken: Titanzink dehnt sich stark aus (22·10⁻⁶/K); mind. jede 10 m eine Dehnungsfähige Verbindung
  • Keine Lötverbindungen bei Temperaturen unter 7°C: Lötnaht wird spröde und undicht
  • Biegen bei Frost (unter 0°C) ist verboten: Material springt; Risse treten ohne Voranzeichen auf

Korrosionsbeständigkeit und Lebensdauer – warum Titanzink 80+ Jahre hält

Die Lebensdauer von Titanzinkblech ist eine seiner überzeugendsten Eigenschaften. Während Stahlblech ohne Beschichtung in wenigen Jahren korrodiert und Aluminiumblech nach Jahrzehnten ermüdet, verbessert sich Titanzinkblech mit der Zeit: Die Patina wird dichter, die Schutzwirkung erhöht sich. Historische Daten aus Belgien, Frankreich und der Schweiz belegen Lebensdauern von 80 bis 100 Jahren ohne grundlegende Instandsetzung.

Korrosionstypen und ihre Ursachen bei Titanzink

Natürliche atmosphärische Korrosion – der normale Prozess:

  • Geschwindigkeit: 1–4 μm/Jahr je nach Atmosphäre (ländlich: 1 μm; industrial: bis 4 μm)
  • Selbstlimitierend: Je dicker die Patina, desto langsamer die weitere Korrosion
  • Kritische Schichtdicke: Ab ca. 30 μm Patina stoppt aktive Korrosion weitgehend
  • Mindestdicke: 0,55 mm Titanzink hat ca. 550 μm Materialdicke; bei 1 μm/Jahr höchstens 100–150 Jahre bis Durchkorrosion (ländliche Atmosphäre)

Problematische Korrosionsformen:

  • Kontaktkorrosion (galvanisch): Kupfer auf Titanzink – beschleunigt Zinkkorrosion um Faktor 5–10; größte Schadensursache
  • Kondenswasserkorrosion: Auf der Innenfläche des Blechs ohne Hinterlüftung; verhindert durch Diffusionsoffene Unterläge oder Hinterlüftung
  • Stagnationskorrosion: In wasserführenden Zonen ohne Abfluss; Wasserfilm löst Patina – immer Mindestneigung 1,5° einhalten
  • Betonkorrosion: Alkalisches Wasser von Beton oder Mörtel greift Zinkoxid-Schicht an; Bitumentrennlage oder PE-Folie als Schutz zwingend
  • Säurekorrosion: In industriellen Atmosphären mit hohem SO₂-Gehalt können Patina und Zink schneller angegriffen werden -tandortprüfung für Industriegelände empfohlen

Titanzinkblech kaufen bei Evek – Preis, Formate und Bestellung

DasTitanzinkblech 0,55–1 mm Titanzink Platten  ist bei Evek ab Lager in Zuschnittformaten von 100 bis 1000 mm lieferbar. Ob einzelne Bleche für eine Reparatur oder größere Mengen für ein Neubauvorhaben – Evek liefert die gewünschte Menge in der gewünschten Größe.

Preisstruktur – was den Titanzinkblech-Preis beeinflusst

  • Zinkpreis (LME): Wichtigster Faktor; Titanzink besteht zu 99 % aus Zink – Zinkpreisschwankungen wirken direkt auf den Verkaufspreis
  • Walzkosten: Dünneres Blech (0,55 mm) kostet mehr pro kg als dickeres (1,00 mm)
  • Legierungsaufschlag: Kupfer- und Titananteil erhöhen den Rohstoffpreis minimal gegenüber Reinzink
  • Zuschnittformat: Maßzuschnitte (100×100 bis 1000×1000 mm) sind günstiger als Konturzuschnitte
  • Liefermenge: Größere Bestellmengen (ab 10 kg) ermöglichen Staffelpreise bei Evek – Anfrage lohnt sich

So bestellen Sie bei Evek – Schritt für Schritt

  1. Titanzinkblech 0,55–1 mm Titanzink Platten  im Evek-Shop aufrufen
  2. Gewünschte Dicke wählen: 0,55 / 0,65 / 0,70 / 0,80 / 1,00 mm
  3. Zuschnittmaße eingeben: Breite × Länge in mm (je 100–1000 mm)
  4. Stückzahl festlegen
  5. Tagesaktuellen Preis prüfen (automatisch berechnet auf Basis Zinkpreis)
  6. In den Warenkorb legen und Bestellung abschließen
  7. Lieferung ab Lager – schnell und verpackungsgerecht an Ihre Adresse

Für großfe Fassaden- oder Dachprojekte, Anfragen zu vorgewittertem Titanzink, Lochblech Titanzink-Varianten oder Konturzuschnitte mit besonderen Formen steht das Evek-Vertriebsteam für persönliche Beratung zur Verfügung.

Fazit: Titanzinkblech – das Baumaterial für die Ewigkeit, bei Evek kaufen

Titanzinkblech vereint wie kein anderes Blechmaterial ästhetische Einzigartigkeit mit technischer Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit. Die selbstregenererende Patina, die keine Wartung erfordert, die Verarbeitbarkeit mit klassischen Handwerkzeugen, die Umformbarkeit für komplizierteste Dachdetails und eine nachgewiesene Lebensdauer von über 80 Jahren machen Titan Zink Blech zur ersten Wahl für anspruchsvolle Bauprojekte.

Das Titanzinkblech 0,55–1 mm Titanzink Platten  bei Evek ist in allen relevanten Dickenstufen lieferbar – als Zuschnitt im Format 100 bis 1000 mm, tagesaktuell bepreist auf Basis des Zinkpreises und ab Lager schnell geliefert. Ob Döchdecker, Spengler, Klempner, Architekt oder Handwerker – bei Evek finden Sie das richtige Titanzinkblech in der richtigen Dicke und dem richtigen Format.

Bestellen Sie jetzt Titanzinkblech kaufen bequem online im Evek-Shop: Dicke wählen, Maße eingeben, Preis prüfen – fertig. Für alle Fragen zu Materialauswahl, Normkonformität, Verarbeitungshinweisen oder Großbestellungen steht das Evek-Metallexperten-Team jederzeit zur Verfügung.

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